Apple baut nur die Software fürs autonome Autofahren

Von Jürgen Vagt

ich war mit meiner Überschrift nicht so aufmerksamsgeil wie Apple, denn Sie veröffentlichen stückchenweise Ihre Planungen ums automatisierte Auto um einen massiven Imageeffekt zu erzielen. Auch ich habe über die Ambitionen von Apple berichtet: http://automatisiertes-auto.de/apple-hat-schwierigkeiten-beim-selbstfahrenden-auto/
Und es hat sich sogar der Chef Tim Cook höchst persönlich herabgelassen, um die Planungen vorzustellen. Wieder mal springen alle Medien auf diese Nachricht, aber inhaltlich wurde nun eine Ausrichtung auf die Produktion von Software bekanntgegeben.
Aber der Reihe nach, denn im letzten Jahr haben die Softwarekonzerne aus den USA versucht sich einen etablierten Autohersteller einzuverleiben. http://automatisiertes-auto.de/kooperation-beim-autonomen-auto-fiat-und-google/
Das hat bislang nicht geklappt, denn die traditionelle Autoindustrie hat keine Lust eine verlängerte Werkbank für die amerikanischen Softwarekonzerne zu werden. Diese Bestrebungen waren im letzten Jahr ein großes Thema, aber momentan verteidigen sich insbesondere unsere deutschen Hersteller sehr erfolgreich. Mal eine kleine Randnotiz wenn der Dieselskandal weiter den Aktienkurs schwächt, dann ist Volkswagen ein idealer Übernahmekandidat für den amerikanischen Softewaremultis.

Apple wird kein vollwertiger Autohersteller

Ich hatte auch über dieses Branchengerücht spekuliert, aber mit dem jetzigen Statement hat der Vorstandsvorsitzender von Apple dieser Zukunftsversion für Apple eine Absage erteilt. Also wird Apple nur eine Softwareplattform für das automatisierte Auto erstellen und eben kein icar bauen und vertreiben. Die Bereitstellung einer Softwareplattform ist eben auch die unternehmerische Kernkompetenz von Apple und Sie sind auch nicht die Ersten, die auf den Weg zu einem Autohersteller scheitern. Aber das die Software fürs automatisierte Auto ist das Flaggschiff für die künstliche Intelligenz bei Apple. Ibm setzt seinen künstliche Intelligenzplattform Watson schon ein, um Ärzten bei der Diagnose und der Behandelung zu unterstützen. Nun ähnliches wird eben auch Apple geplant und diese Technologie sollen auch den menschlichen Fahrer durch die Software unterstützen, aber dafür muss Sie erst einmal entwickelt werden. Jetzt ist also klar, dass Apple ein Systemlieferant für die Autoindustrie werden will.

Ethische Regeln für automatisierte Autos – Ethik-Kommission legt Bericht vor

Von Jürgen Vagt

es hat knapp 9 Monate gedauert, aber nun sind die Handlungsempfehlungen der Ethik-Kommission fertig. http://automatisiertes-auto.de/ethische-massstaebe-fuer-automatisierte-autofahren/
Ich hatte ja schon im letzten Jahr über die Kommission unter Vorsitz des ehemaligen Bundesrichters Udo di Fabio berichtet. Zielsetzung war ein Vorschlag für die Politik, es sollten ethische Standards fürs autonome Fahren entwickelt werden. https://www.heise.de/newsticker/meldung/Ethik-Kommission-Keine-Loesung-fuer-echte-dilemmatische-Situationen-beim-autonomen-Fahren-3749184.html

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Im Wesentlichen hat die Kommission den ersten und zentralen Artikel des Grundgesetzes auf dieses Technologiefeld übertragen. Im rechtlichen Sinne ist eine Güterbewertung vorgenommen worden. Also die Unversehrtheit von Menschen hat den höchsten Stellenwert, Sachschäden und Verletzungen von Tieren sind in Kauf zu nehmen. Es soll auch keine Bewertung von Menschen vorgenommen werden, also das Leben eines Rentners ist nicht weniger wert als das von Kindern. Sollen die Besitzer des Autos besser geschützt werden als andere Verkehrsteilnehmer, dies soll keine Regel werden. Hier finde ich den Empfehlungskatalog etwas schwammig. Der Verkehrssicherheit hätte es gedient, wenn das Professorengremium den Schutz von schwächeren Verkehrteilnehmern höher gewichtet hätte. Also ein Radfahrer ist an sich weniger gesichert als ein Autofahrer, denn der Autofahrer ist durch das Auto und dessen passive Sicherheit besser geschützt. Warum sollte das nicht von der Steuerungsmodulen des autonomen Auto berücksichtigt werden?
Allerdings gibt es diesen Bonus für Autofahrer beim gegenwärtigen Kauf auch, denn wenn ich mir eine SUV besser gesagt einen geländegängigen Panzerspähwagen kaufe, bin ich auch besser gesichert als Radfahrer und Fußgänger. Also wird die jetzige Lebenswirklichkeit in die automatisierte Zukunft fortgeschrieben. https://elopage.com/s/JuergenVagt/das-selbstfahrende-auto-wie-google-und-co-unsere-autos-automatisiert-und-die-autoindustrie-veraendert
Es ist ein 20 Punkte Empfehlungsliste geworden, aber mir fehlt ein anderer Aspekt. Denn in den nächsten Jahren müssen automatisierte Autos in den Straßenverkehr eingeführt werden, also die autonomen Autos verlassen die abgesperrten Testgelände und müssen in die freie Wildbahn. So etwas passiert auch bei kleineren Innovationen wie ABS oder Airbag, aber beim automatisierten Fahren ist die Dimension eine Andere. Hierzu sollte es eine gesellschaftliche Diskussion geben, denn halbfertige automatisierte Fahrzeuge im Straßenverkehr würden alle Verkehrsteilnehmer ausbaden.

Automatisierte Autos bekommen ein eigenes Radar

Von Jürgen Vagt

der Autozulieferer Bosch und der GPS Spezialist Tom-Tom haben eine neue Radartechnologie vorgestellt mit der man die Position eines Autos zentimetergenau bestimmen kann.
http://www.chip.de/news/Auto-Position-zentimetergenau-ermitteln-Bosch-und-TomTom-setzen-auf-Radar_116375182.html .Mit dieser Technologie ist eine zentrale Grundlage für das automatisiertes Autofahren gelegt und ich will diese Nachricht zum Anlass nehmen, ein paar dieser technischen Grundlagen des automatisierten Autofahrens zu beleuchten. Die reine IT im Auto ist nicht so entscheidend, aber der kleine Boom des autonomen Fahrens seit 2 – 3 Jahren ist die aufgrund von Durchbrüchen in der Sensortechnik entstanden. Ich habe die Geschichte des autonomen Autos ausführlicher in meinem Ebook dargestellt: https://elopage.com/s/JuergenVagt/das-selbstfahrende-auto-wie-google-und-co-unsere-autos-automatisiert-und-die-autoindustrie-veraendert.
Die Steuerungssoftware ist an sich nicht spannend, aber das automatisierte Auto muss sein Umfeld analysieren und verstehen, damit das Fahrzeug die richtigen Entscheidungen treffen kann, um das Fahrziel des Fahrers zu erreichen.

Radartechnologie im Auto

Einerseits braucht man Karten und zweitens müssen diese Karten aktuell gehalten werden. Auch wenn man heute in seinem Navigationsgerät schon digitale Karten hat, muss die Technik noch moderner und aktueller werden. Denn in den Fahrzeugen muss der menschliche Fahrer durch Steuerungssoftware ersetzt werden und daher müssen die Karten intelligenter werden und aktuelle Veränderungen wie Baustellen oder Überflutungen müssen gespeichert werden. http://automatisiertes-auto.de/daimler-und-bosch-geben-gas-beim-autonomen-auto/
Und diese Daten werden von ausgerüsteten Fahrzeugen in die Cloud geschickt und dann werden diese Daten von anderen Fahrzeugen genutzt. So bleibt das Kartenmaterial immer aktuell und die automatisierten Fahrzeuge haben immer die nötigen Daten, um zu navigieren. Aber trotzdem braucht ein voll automatisiertes Auto ein eigenes Radar, um die Handlungen der anderen Verkehrsteilnehmer zu verstehen und eigenständige Entscheidungen zu treffen. Das ist sicherlich eine aufwändige technische Komponente im Auto, aber es das bordeigene Radar ist notwendig um das automatisierte Auto zu navigieren. Und diese Technik ist eben von Bosch und TomTom vorgestellt worden. Nun diese Technik soll in die Großserie kommen. Im Passatnachfolger wird das Konzept schon erprobt.

Automatisierte Autos und öffentlicher Nahverkehr – Erste Start ups starten

Von Jürgen Vagt

grundsätzlich hat dieses Start up nichts mit automatisierten Autos zu tun, aber das Konzept ist richtungsweisend. Nun worum geht es, im Prinzip werden Sammeltaxis in Berlin eingeführt und Sammeltaxis gibt es auch in fast allen Städten in der Schwellennationen. Also man ruft per Smartphone einen Kleinbus und dieser kommt nach einer gewissen Zeit und man muss sein Fahrziel angeben, dann fährt der Kleinbus zum Fahrziel. Nach dieser Fahrt ist der Kleinbus wieder frei und kann von anderen Kunden genutzt werden. Es gibt also keine festen Fahrpläne und Fahrzeiten wie beim klassischen öffentlichen Nahverkehr, laut Angaben des Gründers sind die Preise leicht über den Preisen der U-Bahn, aber deutlich unter den Taxi-preisen. Das Ganze kann man als Kommune oder Verkehrsverbund angehen und dieses Start up doortodoor bietet die entsprechende Software an.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/oepnv-maxim-nohroudi-wie-sich-der-nachverkehr-aendert-a-1151243.html

Ist das der Öpnv der Zukunft

Erst mal ist das eine Software, die von Akteuren im öffentlichen Nahverkehr gekauft werden soll. Man kann mit diesem Angebot einen on-Demand Nahverkehr aufbauen, der kostengünstiger ist als der klassische öffentlicher Nahverkehr. Spektakulär sind auch die Prognosen, wie diese Sammeltaxen – Konzepte den Bestand an privaten Fahrzeugen in den Städten reduzieren könnten. Also bedeuten diese Konzepte, dass Autohersteller immer weniger Autos absetzen werden, falls sich diese Sammeltaxis durchsetzen werden.

Automaten ersetzen Menschen

Bislang hat diese Geschichte nichts mit automatisierten Autos zu tun, aber es bei diesen Sammeltaxis nur noch ein kleiner Schritt bis in diesen Sammeltaxis der menschliche Fahrer durch die Automatisierung ersetzt wird. Auch hierfür gibt es schon Konzepte: http://automatisiertes-auto.de/autonom-fahrende-busse-in-berlin-die-automatisierung-erfasst-die-bahn/
So könnt der Öpnv der Zukunft aussehen und diese Sammeltaxen wären der Sargnagel für den Individualverkehr und der Normalbürger müsste kein eigenes Auto besitzen. Nun erstmal werden sich die Sammeltaxis in größeren Städten etablieren, aber diese Sammeltaxis sind auch eine große Chance für ländliche Räume. Mit diesen Sammeltaxis wird der Nahverkehr wieder attraktiver, dann kann man auch Brandenburg besiedeln. Dazu gibt es bald einen Onlinekurs: http://elektroautovergleich.org/buecher-und-kurse-rund-ums-elektroauto/

Selbstfahrende LKWs – Google arbeitet daran

Von Jürgen Vagt


nun steigt auch Google mit seiner Schwesterfirma Waymo in das Thema von voll automatisierten LKW ein und zieht somit mit Daimler gleich: http://automatisiertes-auto.de/mercedes-lkws-fahren-automatisiert-ueber-die-autobahn/
Das bedeutet, dass nun neben dem Pkw auch Lkws automatisiert werden. Das ist auch der interessantere den beiden Märkte, denn wenn angestellte Fahrer betroffen sind, dann ist die Umstellung auf das voll automatisierten Fahren einfacher. Weil wie bereits gesagt ein Angestelltenverhältnis vorliegt und in wenigstens in Deutschland ein großer Wettbewerbsdruck herrscht. Bei Spediteuren machen Personalkosten ca. 1/3 der Gesamtkosten aus und dann ist die Verlockung groß mittels der Automatisierung des Fahrens Kosten zu senken. Ob sich das automatisierte Fahren sich bei privaten Fahrern durchsetzen wird, bleibt fraglich, denn hier kann die psychologische Hürde eine zentrale Rolle spielen. Warum der LKW – und Busverkehr bedeutend für das automatisierte Auto sein wird, habe ich in meinem Ratgeber dargestellt. https://elopage.com/s/JuergenVagt/das-selbstfahrende-auto-wie-google-und-co-unsere-autos-automatisiert-und-die-autoindustrie-veraendert

 

Wer macht das Rennen

Die Frage kann man nicht beantworten, aber es ist eben nicht nur die amerikanische Softwareindustrie, die sich mit voll automatisierten Lkws beschäftigt, sondern im Silicon Valley gruppieren sich einige spannende Start ups um dieses Themenfeld. Es gab eine medienwirksame Autobahnfahrt,bei denen 50000 Dosen Bier ausgeliefert worden ist. Natürlich werden solche autonome Fahrzeuge noch mit einen Polizeikonvoi begleitet, aber immerhin kann das Start up Otto Güter schon per voll automatisierten LKW ausliefern. Der voll automatisierter LKW, der völlig autonom von menschlichen Fahrer ist, ist eben ein viel versprechender Zukunftsmarkt. Spediteure können Personalkosten mit dieser Technologie einsparen und werden Sie dann auch einsetzen, um menschliche Fahrer zu ersetzen. Nun über die deutschen Testläufe von Daimler habe ich schon berichtet und die etablierten LKW- Hersteller haben eben schon langjährige Kundenbeziehungen zu Spediteuren, daher stellt sich die Frage, ob die Softwareindustrie in diesen Markt vorstoßen kann. Man muss auch sehen, dass ein massiver Erfolgsfaktor ist, ob die LKWs in den Lieferketten funktionieren oder nicht.